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Wie Sie Nützlinge im Garten ganz einfach unterstützen können

Nützlinge im Garten wie Marienkäfer und Co. sind hübsch anzusehen, vertilgen Schädlinge und können ohne großen Aufwand angesiedelt werden.

Nützlinge sind gerne gesehene Gäste im Garten, denn sie sind Helfer für alle, die ihren Garten lieben und nicht möchten, dass ihren schönen Pflanzen durch Blattläuse und andere Schädlinge der Garaus gemacht wird. Wenn Sie die richtigen Tiere in ihrem Garten ansiedeln, müssen sie diese unerwünschten Gäste nicht mehr fürchten. Und dabei müssen Sie mit Nützlingen im Garten keine Chemie einsetzen, sparen dadurch bares Geld und schützen außerdem die Umwelt und ihre eigene Gesundheit. Doch Nützlinge im Garten bewähren sich nicht nur in der Schädlingsbekämpfung. Auch Tiere, die durch ihre Lebensform beispielsweise dafür sorgen, dass der Gartenboden locker wird oder die die Blüten bestäuben, dürfen den Titel "nützlich" tragen.

Nützlinge im Garten, die Schädlinge vernichten

Die wohl bekanntesten Nützlinge im Garten sind die Glücksbringer Marienkäfer. Sie müssen nicht abergläubisch sein, damit Sie auch Ihnen Glück bringen. Denn wenn die kleinen Käfer in ihrem Garten einziehen, haben Blattläuse kaum noch Überlebenschancen. Doch Marienkäfer sind nur eine Art der sogenannten Raubinsekten, die sich mit Freude über Tierchen hermachen, die Ihren Pflanzen schaden. Die Familie der Laufkäfer mag nicht sonderlich beliebt sein, denn bei Gefahr sondern sie ein übel riechendes Sekret ab. Dennoch sind die Käfer, die je nach Art bis zu vier Zentimeter groß werden können, Nützlinge im Garten. Sie und ihre Larven sind echte Vielfraße, die etwa die dreifache Menge ihres Gewichts täglich an Nahrung benötigen. Einige Laufkäfer-Arten sehen mit ihrem schillernden Panzer außerdem richtig hübsch aus. Zu ihren Lieblingsspeisen zählen Schneckeneier, kleine Schnecken, Kartoffelkäfer, Asseln und Würmer. Weitere Raubinsekten sind Schlupfwespen und Florfliegen mit ihren zart schimmernden Flügeln. Die Schlupfwespen haben außer dem Namen nichts mit Wespen gemein und schaden nur Spinnmilben, Blattläusen und anderen unerwünschten Insekten.

Neben den kleinen Insekten gibt es noch größere Nützlinge im Garten, bei denen es sich lohnt, sie zu sich zu locken. An erster Stelle steht hier sicherlich der Igel. Schnecken stehen ganz oben auf seinem Speiseplan. Er frisst aber auch Würmer, Engerlinge, Larven und Insekten aller Art. Wenn Sie einen eher feuchten Garten, etwa auf der Nordseite, haben, dann sollten Sie über einen Gartenteich mit Grasfröschen und Kröten nachdenken. Sie machen sich mit Genuss über Schneckeneier her. Genauso effektiv sind Mauereidechsen, die sonnenbeschienene Trockenmauern lieben. Vögel, allen voran Meisen und Sperlinge, erfreuen nicht nur mit ihrem Gesang. Sie ernähren sich auch von Insekten und Raupen wie Gespinstmotten und Frostspannerraupen. Sie machen sich sogar über die Raupen des gefährlichen Eichenprozessionsspinners her.

Fadenwürmer werden die meisten zuerst als Schädlinge einstufen. Und viele der rund 20.000 Arten der Nematoden können Pflanzen und Tieren schaden. Einige Arten können auch für Menschen gefährlich werden. Auf der anderen Seite gibt es Nematoden, die zu den Nützlinge im Garten zählen. Sie ernähren sich entweder von Schädlingen wie Maulwurfsgrillen und den Larven der Wiesenschnake oder sie legen ihre Eier in den Larven von Dickmaulrüssler und Gartenlaubkäfer ab und nutzen sie so als Wirte. Die Larven sterben dadurch und nach wenigen Jahren Einsatz von Nematoden als Nützlinge im Garten ist die Population der schädlichen Käfer in einem Garten ausgerottet.

Nützlinge im Garten, die Arbeiten verrichten

Doch nicht nur bei der Schädlingsbekämpfung machen sich Tiere nützlich. Einige sind auch auf andere Weise wertvolle Nützlinge im Garten. Sie sind unverzichtbar, wenn es darum geht, die Mulchschicht oder den Kompost in Humus und damit nährstoffreiche Erde zu verwandeln. Das erledigen nicht nur Mikroorganismen. Kompostwürmer wurden extra zu diesem Zweck gezüchtet. Sie sind mit den Regenwürmern verwandt, arbeiten jedoch nicht in tieferen Erdschichten, sondern in der obersten Schicht, im Mulch und im Kompost. Auch manche Arten der Nematoden helfen als Fäulnisbewohner bei der Kompostierung als Nützlinge im Garten.

Eine große Hilfe bei der Bodenbearbeitung sind Regenwürmer, die sich durch die Erde arbeiten, sie dabei auflockern und dafür sorgen, dass sie gut durchlüftet ist. Die gleiche Arbeit im größeren Stil verrichten Maulwürfe als Nützlinge im Garten. Auch wenn die Hügel der Maulwürfe oft als unschön empfunden werden und die possierlichen Kerlchen eher als Schädlinge wahrgenommen werden, sollten Sie sie in Ihrem Garten willkommen heißen. Maulwürfe machen sich nicht nur bei der Verbesserung der Bodenqualität nützlich. Sie fressen Schädlinge wie den Engerling, Schnecken und Raupen. Die Nützlinge im Garten sind reine Fleischfresser und graben um die Wurzeln Ihrer Pflanzen herum. Die Maulwurfshügel können Sie abtragen und die Erde für Ihre Topfpflanzen verwenden.

Ohne sie würde keine Blüte zur Frucht werden: Hummeln und Bienen leisten bei der Arbeit als Nützlinge im Garten einen unverzichtbaren Beitrag, indem sie die Blüten bestäuben. Doch nicht nur sie. Farbenprächtige Schmetterlinge verrichten diese Arbeit ebenso wie unscheinbare und oft verjagte Nachtfalter. Neben ihnen gibt es noch zahlreiche andere Nützlinge im Garten, die für die Befruchtung von Pflanzen sorgen. Einige Pflanzenarten haben sich auf bestimmte Insekten spezialisiert, locken beispielsweise nur nachts Insekten an. Erbsen und Bohnen werden nur von Hummeln befruchtet. Doch auch wenn Sie kein Obst und Gemüse ernten möchten, lohnt es sich, diese Insekten in den Garten zu locken. Die Frucht- und Samenstände vieler Zierpflanzen sind ein hübscher Schmuck im Winter und dienen Vögeln als Nahrung.

Bewährte Wege, um Nützlinge im Garten anzusiedeln

Nützlinge im Garten lieben es, wenn der Garten nicht besenrein aufgeräumt ist. Ihr Garten sollte so natürlich wie möglich gestaltet sein, wenn Sie tierische Helfer anlocken möchten. Eine Wiese mit Wildblumen und dem ein oder anderen unerwünschten Kraut ist für sie verlockender als ein sorgsam gepflegter englischer Rasen. Ungefüllte Blüten sind für sie attraktiver, denn bei gefüllten können sie Nektar und Pollen nicht erreichen. Oft produzieren gefüllte Blüten dies auch gar nicht mehr. Nützlinge im Garten verstecken sich gerne in Reisighaufen und Totholz, überwintern unter Laubhaufen oder in den verblühten Blütenstängeln von Stauden. Auch Trockenmauern wirken anziehend auf Nützlinge. Der Garten muss deshalb nicht unaufgeräumt wirken. Sie können Laub- und Reisighaufen in einer wenig genutzten Ecke einrichten, in der die Tiere ungestört sein können. Eine flache, mit Wasser gefüllte Schale ermöglicht es Vögeln, zu trinken und zu baden. Insekten freuen sich über eine Wasserschale, die mit Kieseln ausgelegt ist.

Bewährt haben sich Insektenhotels. Diese Häuschen aus Steinen, Schilf- oder Bambusrohren und Stroh sind Nisthilfen für verschiedene Insektenarten. Sie nutzen das Hotel, um darin zu nisten, aber auch, um darin zu überwintern. Insektenhotels können Sie leicht selbst bauen. Es gibt sie aber auch in breiter Auswahl zu kaufen. Größere Tiere wie der Igel wissen Igelhäuser für ihren sicheren Winterschlaf zu schätzen. Der Eingang von Igelhäusern ist entsprechend gestaltet, sodass sie nicht von unliebsamen Besuchern gestört werden können. Auch Igelhäuser können Sie kaufen oder selbst bauen. Gefiederte Freunde freuen sich, wenn sie einen Nistkasten in Ihrem Garten vorfinden.

In der Regel werden sich Nützlinge recht schnell in Ihrem Garten ansiedeln, wenn die Bedingungen stimmen und sie sich wohl und sicher fühlen. Wenn es aber einmal schnell gehen muss oder Sie eine bestimmte Schädlingsart gezielt auf natürliche Art bekämpfen wollen, so können Sie bestimmte Nützlinge im Fachhandel erwerben. Im Erwerbsanbau hat sich der Einsatz von gekauften und ausgesetzten Insektenlarven und Nematoden bereits vielfach bewährt und auch unter Hobbygärtnern wird dieser Trend immer beliebter. Natürlich sollten auch hier die Bedingungen stimmen, sonst wandern die Tierchen sehr schnell ab.

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